Obedience

Obedience – was ist das?

Obedience (to obey = gehorchen), ist eine noch relativ junge Hundesportart in Deutschland. Wie auch Agility hat diese Sportart Ihren Ursprung in England.

Die erste Prüfungsordnung wurde am 1. Juli 2002 in Deutschland nach einem 1 ½ jährigen Pilotprojekt veröffentlicht, seit dem 01.01.2013 gilt nun die neueste Obedience – PO (http://www.vdh.de/aktuelle-nachrichten.110.html).

Beim offenen Obedience ist es egal welches Alter, welche Größe oder Abstammung der Hund hat. Natürlich gibt es einige Rassen, die besonders gut geeignet sind, da es in ihren Veranlagungen liegt. Ein Turnierrichter wird in seiner Wertung die rassespezifischen Merkmale aber immer berücksichtigen.

Es wird im Obedience ein besonderes Augenmerk auf die harmonische, freudige, korrekte und schnelle Ausführung der Übungen gelegt. Deswegen wird Obedience auch „Höhere Schule des Gehorsams“ genannt.

Aber es geht nicht nur um Schnelligkeit oder Gehorsam, sondern auch um das Sozialverhalten des Hundes, um das Miteinander von Mensch und Tier, Ausdauer, Motivation und Konzentration. Unter Obedience versteht man auch das Zusammenspiel von Hund und Mensch als Team.

Der Hund wird so ausgebildet, dass er mit Freude arbeitet.

Bevor man in Deutschland zu einer Prüfung antreten kann, benötigt man eine erfolgreich abgelegte VDH Begleithundeprüfung (BH). Bei der Begleithundeprüfung ist ein festes Schema vorgegeben, während man im Obedience von einem Ringsteward durch die Prüfung geführt wird und seinen Anweisungen zu folgen hat.

Das Laufschema wird vor dem Turnier vom Ringsteward und dem Richter ausgearbeitet.

Es gibt vier verschiedene Leistungsklassen mit kontinuierlich ansteigenden Leistungsanforderungen.

Wenn ein Team die Wertnote „vorzüglich“ erreicht hat, kann es in der nächsthöheren Klasse starten.

Ein Turnier besteht aus zwei Teilen, der Gruppenarbeit und der Einzelarbeit. Die Einzelarbeit beinhaltet die Leinenführigkeit oder die Freifolge sowie technische Übungen.

Übungen Beginner-Klasse

Übungen Klasse 1

  1. Verhalten gegenüber anderen Hunden (4)
  2. Stehen und Betasten (3)
  3. 2 Minuten Liegen mit Sichtkontakt (3)
  4. Leinenführigkeit (3)
  5. Sitz aus der Bewegung (2)
  6. Voraussenden in ein Quadrat (3)
  7. Abrufen (2)
  8. Apport auf ebener Erde (3)
  9. Kontrolle auf Distanz (3)
  10. Gesamteindruck (2)

Summe 28

80 % vorzüglich 224 – 280,0
70 % sehr gut 196 – 223,5
50 % gut 140 – 195,5

  1. 2 Minuten Liegen in einer Gruppe,

Hundeführer außer Sicht (3)

  1. Freifolge (3)
  2. Steh aus der Bewegung (2)
  3. Abrufen (3)
  4. Sitz aus der Bewegung (2)
  5. In ein Quadrat schicken (4)
  6. Apportieren (3)
  7. Distanzkontrolle (3)
  8. Sprung über eine Hürde (3)
  9. Gesamteindruck (2)

Summe 28

80 % vorzüglich 224 – 280,0
70 % sehr gut 196 – 223,5
50 % gut 140 – 195,5

Übungen Klasse 2

Übungen Klasse 3

  1. 1 Minute Sitzen in einer Gruppe, Hundeführer in Sicht des Hundes (2)
  2. Freifolge (3)
  3. Steh und Sitz aus der Bewegung (3)
  4. Abrufen mit Steh (4)
  5. In ein Quadrat schicken mit Platz und Abrufen (4)
  6. Apportieren mit Richtungsanweisung (3)
  7. Identifizieren (4)
  8. Distanzkontrolle (4)
  9. Apport eines metallenen oder hölzernen Gegenstandes über eine Hürde (3)
  10. Gesamteindruck (2)

Summe 32

80 % vorzüglich 256 – 320,0
70 % sehr gut 224 – 255,5
60 % gut 192 – 223,5

  1. 2 Minuten Sitzen in der Gruppe außer Sicht (3)
  2. 4 Minuten Liegen in der Gruppe mit Ablenkung außer Sicht (2)
  3. Freifolge (3)
  4. Steh, Sitz und Platz aus der Bewegung (3)
  5. Abrufen mit Steh und Platz (4)
  6. Voranschicken mit Richtungsanweisung, Ablegen und Abrufen (4)
  7. Apportieren mit Richtungsanweisung (3)
  8. Apportieren eines metallenen Gegenstands über eine Hürde (3)
  9. Identifizieren (3)
  10. Distanzkontrolle (4)

Summe 32

80 % vorzüglich 256 – 320,0
70 % sehr gut 224 – 255,5
60 % gut 192 – 223,5

Internationale Regeln
CACIOB (Certificat d’Aptitude au Championnat) kann vergeben werden, wenn der Wettkampf bei der FCI als internationaler Wettkampf angemeldet ist.

In der Beginnerklasse liegt das Hauptaugenmerk auf der Wesensüberprüfung des Hundes. So muß hier eine ausführliche Gruppenarbeit absolviert werden, wobei die Übungen „Verhalten gegenüber anderen Hunden“ und „Stehen und Betasten“ unter Beweis zu stellen ist.

In den folgenden Klassen 1 – 3 werden die Anforderungen stetig höher. So erkennt man die Weiterentwicklung in den einzelnen Übungen wie zum Beispiel bei der Distanzkontrolle, der Geruchsindentifikation oder das apportieren eines Gegenstandes – auch aus Metall.

Obedience bietet eine Vielzahl von Abwechslungen und Herausforderungen, wobei der Hund vom Mensch so ausgebildet wird, dass er freiwillig und mit Freude arbeitet.

Wir bieten Obedience- Training und -Ausbildung im Moment leider nur für Mitglieder an, da unsere Kapazitäten in puncto Zeit erschöpft sind.

Gern können Sie uns bei Fragen kontaktieren unter:

obedience@teamsport-berlin.de

Buchtipp:

http://www.amazon.de/Obedience-Hundesport-mit-Freude/dp/3800155540

http://www.amazon.de/Obedience-Uwe-Wehner/dp/393322859X